Das 25-jährige Bestehen der Gemeindepartnerschaft zwischen Petershagen/Eggersdorf und Bodganiec in Polen sollte eigentlich mit einer Radtour über das gesamte Wochenende vom 10.-12.07.2026 gefeiert werden. Aus organisatorischen Gründen wäre das Vorhaben fast geplatzt, aber dem Engagement des Orga-Teams um Katrin Gillert von der Gemeindeverwaltung und einer Handvoll ehrenamtlicher Bogdaniec-Freunde ist es zu verdanken, dass zumindest eine Tagestour nach Küstrin auf die Beine gestellt werden konnte. So machte sich am 10.07. um 8 Uhr eine Gruppe aus 15 Radfreunden im Alter von 14-75 Jahren samt Begleitfahrzeug auf den Weg. In der Gruppe gab es einige erfahrende Teilnehmende, die die Strecke schon mehrmals mit dem Rad zurückgelegt haben, aber für Einige war es die erste größere Radtour über 25 km an einem Stück. Und so mischte sich die Vorfreude mit einer guten Portion Respekt vor der Strecke und dem eigenen Durchhaltevermögen.
Die Gruppe fand schnell zusammen und radelte gemütlich los. Die Tour führte die Gruppe über Galdowshöhe, vorbei am Parfum-Museum Reichenberg bis nach Neuhardenberg und dann durch zahlreiche Ortschaften im Oderbruch, die aus der berühmten Langzeitdokumentation „Die Kinder von Golzow“ bekannt sind. Das letzte Stück auf dem Oderdeich war aufgrund des Seitenwindes und allmählich schwindender Kräfte für manche ein letzter Kraftakt bevor wir dann allesamt wohlbehalten in Küstrin-Kietz die Räder am Begleitfahrzeug abstellen konnten. Nach Polen ging es dann über die Brücke zu Fuß. An der Festungsruine angekommen, wurden wir von zwei Gemeindepartnerinnen aus Bogdaniec mit sehr leckerem, selbst gebackenem Kuchen und frischem Kaffee empfangen. Ich habe mich noch nie zuvor so sehr über Stück gekühlte Melone gefreut! Nach dieser Stärkung und einem netten Plausch drehten wir noch eine Runde durch die Festung und dann trennten sich die Wege der Gruppe. Einige verluden die Räder auf dem Begleitahrzeug und nahmen den Regio-Ersatzverkehr gen Heimat. Ein Teil der Gruppe entschied sich, den Bus zu meiden und selbst mit dem Rad nach Seelow-Gusow zum Bahnhof zu fahren, um dort in den Regio zu steigen. Und tatsächlich trafen die Gruppen im Zug teilweise wieder zusammen. Ein ganz harter Kern ist mit dem Rad sogar die komplette Strecke zurückgefahren und war dann gegen 19:30 Uhr wieder in Petershagen/Eggersdorf. Streckenbilanz: Hinfahrt 80 km, bei Rückfahrt mit Regio ab Seelow 100 km und komplette Hin- und Rückfahrt 160 km auf dem Fahrrad.
Mein Eindruck ist, dass es für alle Mitfahrenden eine Herausforderung war, die wir alle gemeinsam, unfallfrei und glücklich überstanden haben. Die Gruppe kann mit Fug und Recht stolz auf die Leistung sein.
Ein besonderer Dank gilt Max und seiner Frau Erika, die nicht nur maßgeblich an der Planung beteiligt waren, sondern, die mit dem Versorgungsfahrzeug der Gruppe nicht nur liebevoll zusammengestellte Wegzehrung, sondern vor allem einen wichtigen Rückhalt gegeben haben. Mit der Radtour wurde nicht nur die Gemeindepartnerschaft zwischen Petershagen/Eggersdorf und Bogdaniec gepflegt, sondern so haben sich auch ein paar bis dato eher anonyme Nachbarn näher kennengelernt und eine schöne gemeinsame Erinnerung geschaffen. Mag sein, dass wir in krisengeschüttelten Zeiten leben, doch das Abenteuer hat uns gelehrt, dass, wer sich was zutraut und dem Unbekannten offen gegenübersteht, den erwartet das Gute überall. Vor allem hier in Petershagen/Eggersdorf.
Text: Sebastian Hofmann, Mitglied des Medienrates



