Kleine Raupe, große Wirkung – Vorsicht im Frühsommer!
Entlang der Bundesstraße B1 ist ein erhöhter Befall mit dem Eichenprozessionsspinner festgestellt worden. Die Gemeinde Petershagen/Eggersdorf nimmt das ernst und hat Maßnahmen eingeleitet.
Alles läuft auf Hochtouren!
Der Landesbetrieb Straßenwesen kontrolliert derzeit die Bäume entlang der Tasdorfer Straße – für sichere Schulwege. Parallel dazu arbeitet der beauftragte Baumdienst „Maxes BF“ eingehende Meldungen ab, saugt Nester ab und montiert Wandersperren an betroffenen Bäumen, vor allem an öffentlichen Einrichtungen. Die zusätzlichen Kosten für den Einsatz der Gemeinde belaufen sich derzeit auf rund 30.000 Euro.
Warum ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich?
Die Raupen tragen feine Brennhaare. Bei Kontakt lösen sie Hautreizungen, Ausschläge und Atembeschwerden aus. Besonders im Juni sind die Raupen aktiv. Ab Juli verwandeln sie sich in Falter und sind dann nicht mehr gefährlich.
Was können Sie als Privatperson tun?
Kleinere Nester in greifbarer Nähe können Sie mit einfachen Mitteln selbst entfernen:
1. Sprühkleber aus dem Fahrzeugbedarf – zum Beispiel von der Firma Würth – direkt auf das Nest sprühen.
2. Das Nest mit einer Plastiktüte greifen, einwickeln und im Hausmüll entsorgen.
3. Dabei Schutzhandschuhe und eine Atemschutzmaske tragen, um Kontakt mit den Brennhaaren zu vermeiden.
Eine weitere wirksame Methode ist die Wandersperre der Firma Woll EX. Die Handhabung ist einfach und in der beiliegenden Anleitung gut beschrieben. Anleitungsvideos finden Sie auch auf YouTube.
Wichtig, bitte melden Sie Befälle!
Wenn Sie an Bäumen in Ihrer Nähe Nester entdecken, melden Sie diese bitte der Gemeindeverwaltung über unseren Maerker. Je früher ein Befall bekannt ist, desto gezielter kann reagiert werden.
Wir tun unser Möglichstes, um den Eichenprozessionsspinner einzudämmen, und halten Sie hier über den aktuellen Stand auf dem Laufenden.
Update 03.06.2026, Elterninformation
In vielen Eichenbäumen schwärmen zurzeit wieder Eichenprozessionsspinner.
Auch in der Grundschule Petershagen sind einige Nester entdeckt worden.
Dem Eichenprozessionsspinner (EPS) ist mit Vorsicht zu begegnen – denn die Haare der kleinen Raupen können gefährlich für Menschen werden und zu Hautentzündungen führen.
Aus diesem Grund werden die Insekten in der Nähe von Wohngebieten entfernt und bekämpft. Das wird auch in unserem Fall passieren, aber wir möchten sie trotzdem hiermit informieren. Die befallenen Bereiche sind weitgehend abgesperrt und die Mitarbeiter der Schule inkl. Hort sind informiert. Um die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners einzudämmen, wurde durch die Gemeinde eine Fachfirma beauftragt, die die befallenen Bereiche von den Nestern befreit. Die gesperrten Bereiche werden nach Abwehr der Gefahr wieder freigegeben.
Die für den Menschen gefährlichen Raupen schlüpfen Anfang Mai. Ihre Brennhaare entwickeln sie ab dem dritten Larvenstadium. Aus diesem Grund besteht die höchste Gefahr in den Monaten von Mai bis Juni. Da die Härchen allerdings in den Nestern, an den Bäumen und auf den Böden verbleiben, besteht die Gefahr durch die Brennhaare ganzjährig. Die kleinen Härchen können bei günstiger Witterung auch durch den Wind über weite Strecken getragen werden. So können Menschen auch mit den Brennhaaren in Kontakt kommen, wenn keine Eichenprozessionsspinner in der unmittelbaren Nähe sind.
Wie gefährlich sind Eichenprozessionsspinner für Menschen?
Für den Menschen sind die Haare der Eichenprozessionsspinner gefährlich. Die 0,2 Millimeter großen Haare dringen leicht in die Haut und die Schleimhäute ein und setzen sich dort mit ihren Widerhaken fest. Kommen die Brennhärchen mit der Haut in Kontakt, führt dies meist zu Hautentzündungen und kleinen Papeln, welche an Insektenstiche erinnern. Die Hautausschläge bleiben unbehandelt meist bis zu zwei Wochen.
Eichenprozessionsspinner Symptome
Werden die kleinen Haare eingeatmet, kann dies zu einer Bronchitis mit schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Auch Symptome wie Schwindel, Fieber und Müdigkeit können auftreten. In seltenen Fällen sind die Symptome so schlimm, dass eine stationäre Behandlung nötig ist. Besteht der Verdacht, dass man mit den Haaren in Kontakt gekommen ist, hilft es, seine Kleidung sofort im Freien zu wechseln und diese bei mindestens 60 Grad zu waschen. Sichtbare Raupenhaare auf der Kleidung können mit einem Klebestreifen entfernt werden. Auch eine gründliche Dusche inklusive Haare waschen hilft gegen die Brennhaare.
Das hilft bei Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner
Sollte man mit den Haaren in Kontakt gekommen sein, empfehlen Ärzte als erste Hilfe gegen die Hautausschläge kühle Umschläge. Mit einer entzündungshemmenden Creme aus der Apotheke können die Beschwerden gelindert werden. Nach ein bis zwei Wochen sollten die Hautausschläge überstanden sein.
Sollten die Brennhärchen Symptome wie Atemnot auslösen, ist es wichtig, direkt den Notarzt zu rufen. Für Menschen, welche schon wissen, dass sie heftig auf die Haare reagieren, ist es sinnvoll, immer ein Notfallmedikament zu Hause zu haben.
Anzeichen für eine Raupen-Dermatitis:
• Juckreiz, bei heftigem Kontakt starker Juckreiz;
• Schüttelfrost, Schwindel, in seltenen Fällen allergische Schockreaktionen;
• bei starkem Kontakt verspürt man anfangs ggf. sogar ein Prickeln, welchem nach wenigen
Minuten die genannten Reaktionen folgen;
• viele Tage anhaltender Juckreiz der kleinen roten Schwellungen oder Quaddeln. Bei Auftreten stärkerer gesundheitlicher Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden und auf den Raupenkontakt hingewiesen werden. Die Symptome können durch Medikamente gemildert werden.
Hanns Otto Brahms, Online Redakteur



