Öffentliche Auslegung des Entwurfs des Bebauungsplans Nr. 48 „Wohngebiet an der Tasdorfer Straße“ gemäß § 3 Abs. 2 BauGB

Die Gemeindevertretung der Gemeinde Petershagen/Eggersdorf hat in Ihrer Sitzung am 22.09.2022 den Entwurf des Bebauungsplans Nr. 48 „Wohngebiet an der Tasdorfer Straße“ mit dem Entwurf der Begründung und Umweltbericht gebilligt (Stand August 2022) und die öffentliche Auslegung beschlossen.

Der Geltungsbereich umfasst folgende Flurstücke der Flur 4 der Gemarkung Petershagen: 1339, 177, 178 und 179 in Gänze und teilweise die Flurstücke 180, 182 und 1299.

Der Geltungsbereich umfasst eine Flächengröße von ca. 6 ha.

Ziel der Planung ist die Entwicklung eines neuen Wohngebiets mit folgenden Prämissen:

  • Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine ortsgerechte Wohnbebauung
  • Schaffung von preisgedämpften und frei finanzierten Wohnraum für differenzierte Einkommens- und Nutzergruppen
  • Erschließung des Gebietes über eine Ringstraße mit größtenteils verkehrsberuhigtem Charakter, Anbindung an die Tasdorfer Straße, Herstellung eines attraktiven Fuß- und Radwegenetzes.
  • Renaturierung und Freilegung von Teilabschnitten der Gräben „Graben Wilhelm-Pieck-Str.“, „Graben Annenstraße“ und „Alter Giebelseegraben sowie die Herstellung von Grünflächen entlang der Gräben für die Erholung der Bevölkerung.
  • Klimagerechter und energiesparender Städtebau
  • Schaffung von Spielplätzen und Spielflächen

Der Entwurf des Bebauungsplans Nr. 48 Wohngebiet an der Tasdorfer Straße“ wird mit Begründung und Umweltbericht mit integriertem Grünordnungsplan sowie den wesentlichen umweltbezogenen Stellungnahmen gemäß § 3 Absatz 2 des Baugesetzbuchs in Verbindung mit § 3 Absatz 1 des Planungssicherstellungsgesetzes in der Zeit

 vom 26. Oktober bis einschließlich 02. Dezember 2022

im Fachbereich Bauen der Gemeindeverwaltung, Am Markt 8, im OT Eggersdorf während folgender Zeiten:

Montags, mittwochs, donnerstags von 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr und von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr,

dienstags von 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr und von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr sowie

freitags von 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr

zur öffentlichen Einsichtnahme ausgelegt.

Im Rahmen der Beteiligung am Entwurf findet zudem am 17. November 2022 um 19.00 Uhr, in der Giebelseehalle, Elbestr. 1, OT Petershagen, eine Informationsveranstaltung statt.

Gemäß § 3 Absatz 1 des Planungssicherstellungsgesetzes werden die Unterlagen des Bebauungsplanes außerdem im Internet unter www.doppeldorf.de (Startseite > Gemeindepolitik > Förmliche Beteiligung > Bebauungsplan Nr. 48 „Wohngebiet an der Tasdorfer Straße“) zur Einsicht bereitgehalten:

Während der Auslegungsfrist können Stellungnahmen zum Entwurf des Bebauungsplanes schriftlich, zur Niederschrift oder per E-Mail (planung-stellungnahme@petershagen-eggersdorf.de) eingereicht werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass nicht während der Auslegungsfrist abgegebene Stellungnahmen bei der Beschlussfassung über den Bebauungsplan unberücksichtigt bleiben können.

Soweit in dem Bebauungsplanentwurf oder in der Begründung auf DIN-Normen oder andere technische Regelwerke Bezug genommen wird, liegen diese mit den ausgelegten Unterlagen in der Gemeinde aus. Solche Unterlagen werden nicht nach § 3 Abs. 1 Plansicherstellungsgesetz im Internet bereitgehalten, da dies aus urheberrechtlichen Gründen ausgeschlossen ist.

Es gelten die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus-SARS-CoV-2 in der jeweils gültigen Fassung.

Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt auf Grundlage des § 3 BauGB in Verbindung mit Art. 6 Abs. 1 Buchstabe 3 DSGVO und dem Brandenburgischen Datenschutzgesetz. Sofern Sie ihre Stellungnahme ohne Absenderangaben angeben, erhalten Sie keine Mitteilung über das Ergebnis der Prüfung.

Folgende Arten umweltbezogener Informationen sind verfügbar:

  1. Es liegt der Umweltbericht mit integriertem Grünordnungsplan vor, der zu allen nachfolgend dargestellten Umweltbelangen und Schutzgütern eine zusammenfassende Darstellung der zu erwartenden Auswirkungen der Planung auf die Umwelt und die Auseinandersetzung mit vorgesehenen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie artenschutzrechtlichen Maßnahmen enthält.
  • Schutzgüter Boden und Fläche:
    Angaben zu Bodenart und Bodentyp einschließlich der Bedeutung für den Naturhaushalt. Größenordnung der Beeinträchtigungen, vor allem durch Versiegelung.

Bewertungskriterien:

Boden: Puffer- und Filterfunktion; Regelungsfunktion für den Wasserhaushalt; Lebensraumfunktion für die natürliche Vegetation; Archivfunktion für die Naturgeschichte; Vorbelastungen/Altlasten.

Fläche: Belastung der Freiflächen durch Lärm und Luftschadstoffe; Flächenverbrauch; Größe der zusammenhängenden Freiflächen; Naturnähe der Freiflächen.

  • Schutzgut Wasser:
    Angaben zu Grundwasser und Oberflächengewässern einschließlich der Bedeutung für den Naturhaushalt. Größenordnung der Beeinträchtigungen, vor allem durch Versiegelung.

Bewertungskriterien:

Verschmutzungsgefahr des Grundwassers; Grundwasserneubildung, Grundwasserdynamik; Grundwasserbeschaffenheit; Wechselbeziehungen mit Wasserschutz-, Überschwemmungs- und Risikogebieten; Beschaffenheit von Oberflächengewässern.

  • Schutzgut Klima und Luft
    Angaben zur klimatischen und lufthygienischen Situation einschließlich der Bedeutung für den Naturhaushalt. Größenordnung der Beeinträchtigungen.

Bewertungskriterien:

Meso- und mikroklimatische Verhältnisse; Kaltluft- und Frischluftentstehung; Luftaustausch; Luftqualität; Folgen des Klimawandels.

  • Schutzgüter Pflanzen, Tiere und biologische Vielfalt:
    Angaben zu Lebensräumen (Biotoptypen) sowie zu Tier- und Pflanzenarten einschließlich der Bedeutung für den Naturhaushalt. Größenordnung der Beeinträchtigungen, vor allem durch Flächeninanspruchnahme

Bewertungskriterien:

Hemerobie (Einfluss menschlicher Nutzung); Seltenheit/Gefährdung; Vorkommen; gefährdeter Arten; Vielfalt von Pflanzen und Tieren; Wiederherstellungsdauer der Biotoptypen; Beeinträchtigung der Lebensraumeignung für Tiere durch Störreize wie Lärm und Licht; Biotopverbund.

  • Schutzgut Landschaftsbild
    Angaben zur Bedeutung des Landschafts- und Ortsbildes einschließlich der Größenordnung möglicher Beeinträchtigungen durch die neue Siedlungskulisse.

Bewertungskriterien:

Eigenart; Natürlichkeit; Historische Kontinuität; Vielfalt; Freiheit von Beeinträchtigungen; Identitätsstiftende Sichtbeziehungen; Erlebbarkeit; Ruhe.

  • Schutzgut Mensch und menschliche Gesundheit:
    Angaben zu Gesundheitsaspekten und zur freiraumbezogenen Erholung. Größenordnung möglicher Beeinträchtigungen.

Bewertungskriterien:

Veränderung der akustischen und lufthygienischen Belastungssituation; Erschütterungen und Geruchsbelästigungen;               Einwirkungen durch Licht; Erholungsfunktion, Versorgungsgrad; Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch Altlasten.

  • Schutzgüter kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter:
    Angaben zu Boden- und Baudenkmalen. Größenordnung möglicher Beeinträchtigungen.

Bewertungskriterien:

Vorhandensein von Kultur- und Sachgütern.

  • Eingriff in Natur und Landschaft/Artenschutz:
    Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft werden gem. §14 ff des Bundesnatur-schutzgesetzes in Verbindung mit den Ausführungen des Baugesetzbuches ermittelt, beschrieben und bewertet. Es werden Maßnahmen zum Schutz von Natur und Landschaft sowie zur Vermeidung und Minderung der potenziellen Beeinträchtigungen festgelegt. Für die verbleibenden, nicht vermeidbaren Beeinträchtigungen werden mit Ausgleichsmaßnahmen der Kompensationsnachweis erbracht.

Sowie zu den Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern, den Prognosen zur Entwicklung des Umweltzustandes, dem Flächenverbrauch und den Kompensationserfordernissen bei Umsetzung der Planung zu den einzelnen Änderungsbereichen.

  1. Es liegen folgende Gutachten und gutachterliche Stellungnahmen vor:

„Wohngebiet an der Tasdorfer Straße, Petershagen/Eggersdorf, Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag - Entwurf“

  • Erfassungen zum Bestand und zu Auswirkungen der Planung auf die Tierwelt,
  • Ermittlung der Vorkommen von 4 Fledermausarten (Großer Abendsegler, Rauhautfledermaus, Zwergfledermaus, Mückenfledermaus), die das Gebiet zur Nahrungssuche nutzen
  • Ermittlung der Vorkommen von folgenden Vogelarten: Feldlerche, Star, Grauammer sowie Brutvogelgilde der Gebüsch- und Freibrüter
  • Im Ergebnis des Fachbeitrages wurde eine Maßnahme zur Herstellung von sogenannten Feldlerchenstreifen für 5 Brutpaare der Feldlerche festgelegt.

„Schalltechnische Untersuchung zum Bebauungsplan „Wohngebiet an der Tasdorfer Straße“
in
Petershagen

  • Ermittlung der Schallschutzbelange in den weiteren Planungen unter Berücksichtigung der Verkehrslärmeinwirkungen im Plangebiet durch den Kfz-Verkehr auf den relevanten Straßenabschnitten in der Umgebung (insbesondere Tasdorfer Straße)

„Schätzung des Verkehrsaufkommens“

  •  Berechnung des Verkehrsauskommens auf Grundlage des Bebauungskonzepts von 2020

1. BERICHT BAUGRUND-GUTACHTEN (GEOTECHNISCHER BERICHT NACH DIN EN 1997-1, EC 7)

  • Ermittlung Baugrundschichtung und -beschaffenheit
  • Ermittlung hydrologische Gegebenheiten
  • Versickerungsfähigkeit
  • Kontamination / Altlasten

 

3. Es liegen Stellungnahmen von Fachbehörden sowie Anwohnern und der allgemeinen Öffentlichkeit vor, die im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung und bei einer frühen Beteiligung der Träger öffentlicher Belange sowie der formellen Beteiligung der Träger öffentlicher Belange abgegeben worden sind. Diese befassen sich umweltbezogen insbesondere mit den Themen:

Stellungnahmen nach der Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger gemäß nach

§ 4 Abs. 1 BauGB (im Zeitraum vom 30.09.2019 bis zum 25.10.2019)

 

Landesamt für Umwelt Brandenburg – Immissionsschutz:

Mögliche immissionsschutzrechtliche Konflikte zwischen den Wohnbereichen und der angrenzenden Verkehrsfläche (Tasdorfer Straße), Belastung von Außenwohnbereichen

 

Landesamt für Umwelt Brandenburg – Wasserwirtschaft:

Einhaltung einschlägiger Sicherheitsbestimmungen eine wassergefährdende Kontamination vermieden wird, Versieglung minimieren

 

Landkreis Märkisch Oderland, Untere Naturschutzbehörde:

Angabe zu den SPE (Schutz, Pflege und Entwicklung von Flächen), Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung, gesetzlicher Biotopschutz nach § 30 BNatSchG, besonderer Artenschutz nach § 44 BNatSchG, Vögel, Fledermäuse, Reptilien, Amphibien, Käfer,

 

Wasser- und Bodenverband Stöbber-Erpe:

Vorhanden Gewässerstrukturen: verrohrter Gewässerabschnitte „Graben Wilhelm-Pieck-Str.“, Graben namens „Graben Annenstraße“ und an das Gewässer „Alter Giebelseegraben“, Vermeidungsgebot hinsichtlich Gewässergüte, Genehmigung zur Beseitigung der vorhandenen wasserwirtschaftlichen Anlagen, hydraulisches Abflussverhältnis, Unterhaltung Gewässer, Gewässerrandstreifen nach § 38 WHG, Kosten der Unterhaltung, Anlagen gem. § 36 WHG, Sicherung ordnungsgemäßen Wasserabflusses

Stellungnahmen nach der Beteiligung der Öffentlichkeit nach § 3 Abs. 1 BauGB (anonymisiert)

Bürger 1:             Bienenvölker

Bürger 2:            Grüner Randstreifen (geschlossen) an der Tasdorfer Straße

Bürger 3             Beeinträchtigung vorhandene ökologische Struktur, Wildbienen, Fledermäuse, diverse                         Vogelarten, Rehe, Hasen und weitere Tierarten, Ausgleichsflächen, Rückhaltung                       Niederschlägen, Beschränkung der Versieglung auf ein Minimum, Pflege der                                      Grünflächen

 

Hinweise aus der Informationsveranstaltung des Doppeldorfes Petershagen/Eggersdorf vom 24.10.2019 (anonymisiert)

Bürger 4:            Lärmbelastung

Bürger 10:          Hochwasserschutz, Starkregenereignisse

 

Stellungnahmen nach der Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger gemäß nach

§ 4 Abs. 2 BauGB (Zeitraum vom 27.10.21 – 03.12.2021)

 

Wasser- und Bodenverband Stöbber-Erpe:

Vorhanden Gewässerstrukturen: verrohrter Gewässerabschnitte „Graben Wilhelm-Pieck-Str.“, Graben namens „Graben Annenstraße“ und an das Gewässer „Alter Giebelseegraben, Vermeidungsgebot hinsichtlich Gewässergüte, Genehmigung zur Beseitigung der vorhandenen wasserwirtschaftlichen Anlagen, hydraulisches Abflussverhältnis, Unterhaltung Gewässer, Gewässerrandstreifen nach § 38 WHG, Kosten der Unterhaltung, Anlagen gem. § 36 WHG, Sicherung ordnungsgemäßen Wasserabflusses

 

Amt für Landwirtschaft und Umwelt – UNB:

Extensivierungsfläche außerhalb des B-Plangebietes, Angaben zu Lerchenfenster

 

Untere Bodenschutzbehörde:

Altlasten/Altlastverdachtsflächen, Altablagerungen

 

Untere Wasserbehörde Beachtung:

 angrenzenden Gräben (Kataster-Nr. AZF/St/28/218 und AZF/St/28/212), Renaturierung der genannten Grabenabschnitte, Verpflichtung zur Unterhaltung der Gewässerabschnitte gemäß § 39 Abs. 1 WHG, Niederschlagswasserbewirtschaftung, Mulden-Rigolen-System

Petershagen/Eggersdorf, den 23.09.2022

Marco Rutter

Bürgermeister

Unterlagen: