Projekte zum Klimaschutz

Patenschaften für Blühstreifen

"Dodo" blüht auf
Ab sofort ist es Anwohnern möglich, Blühstreifen vor ihren Grundstücken einzurichten und zu pflegen. Das haben die Mitglieder des Klimaschutz-Ausschusses einstimmig im Februar beschlossen und auch die Gemeindevertretung hat diesen Beschluss bewilligt.

Dass sich einheimische Insekten, insbesondere Wildbienen  an den grünen Straßenrändern ansiedeln und entwickeln soll mit diesem Vorschlag unterstützt werden. Viele Anlieger sind bereit, durch „Bienenweiden“ ihren Beitrag zu leisten. Interessenten könnten dann künftig
einen Patenschaftsvertrag mit der Gemeinde
abschließen. Die Gemeinde stellt das geeignete Saatgut, eine Pflanzliste sowie Schilder bereit, um den Streifen zu kennzeichnen. So wird verhindert, dass Bauhof oder Grünpflegefirmen den Streifen mähen. Im Juni und im September (vor dem Laubfall) sollte der Anwohner mähen.  Der Streifen ist kein Vorgarten vor dem Vorgarten, er dient allein dazu, den Lebensraum und die Nahrungsquellen der Insekten zu verbessern. Blumenerde, Deko-Artikel oder Pflanzschalen gehören dort nicht hin. Für die Verkehrssicherheit muss die Höhe der Pflanzen im Blick bleiben.
Wer sich über das Projekt informieren möchte, kann gern Kontakt zum Sachgebiet Tiefbau aufnehmen.

Wasser für junge Straßenbäume

Modellprojekt mit Bewässerungssäcken gestartet

Ein Modellprojekt, dass unsere Straßenbäume gedeihen lassen soll, wurde 2020 in der Elbestraße ausprobiert. Von der Firma Baumbad Bewässerung wurde unserer Gemeinde ein Probeexemplar eines Bewässerungssacks kostenlos zur Verfügung gestellt.
Mit diesem haben wir in Zusammenarbeit mit dem Bauhof die Funktionalität getestet. Dazu wurde der Bewässerungssack an einer jungen Buche auf dem Rodelberg an der Elbestraße angebracht.
Diesen Baum haben wir ausgewählt, da der Standort dort besondere Ansprüche an den Gießvorgang stellt. Die auserwählte Buche steht am Hang des Rodelberges und das Wasser floss in der Vergangenheit beim Wässern durch den Bauhof einfach an der Erdoberfläche ab, anstatt im Erdreich zu versickern. Hier soll der Bewässerungssack seine Vorteile besonders ausspielen, da das Wasser sehr langsam durch kleine Löcher an der Unterseite des Sackes austritt und im direkten Umfeld des Jungbaumes versickert ohne an der Oberfläche abzufließen.
Der Bewässerungssack hat sich bewährt und es hat sich herausgestellt, dass die Handhabung für den Bauhof sehr praktikabel ist. Deshalb wird die Gemeinde 2021 weitere Jungbäume damit ausstatten.
Der Sack ist mit einem Schloss gegen Diebstahl gesichert.
Zusätzlich werden die Bewässerungssäcke personalisiert. So wurde das Wappen der Gemeinde sowie ein QR-Code zur Erklärung auf den Säcken platziert.

Baumförderrichtlinie der Gemeinde

Finanzspritze für das Pflanzen von Grün auf dem eigenen Grundstück

Unsere Gemeinde ist geprägt durch ihre Naturnähe und ihren Baumreichtum. Dabei leisten hochwertige und klimaangepasste Baumbestände einen wichtigen Beitrag zum Klima, insbesondere in unserer Gemeinde, und erhöhen so unsere Lebensqualität. Aus diesem Grund hat die Gemeindevertretung am 25.03.2021 die „Richtlinie zur Förderung der Anpflanzung von ökologisch wertvollen Bäumen, Sträuchern und Hecken auf privaten Grundstücksflächen in der Gemeinde Petershagen/Eggersdorf“, kurz: „Förderrichtlinie Baum und Strauch“, beschlossen. Somit sollen positive Anreize geschaffen werden, um die Anpflanzung von Bäumen und Hecken auf nicht kommunalen Grundstücken zu fördern und den konsequenten Umbau des Grüns und klimaangepasste Neuanpflanzung unterstützen.

Somit können alle Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Erbbau- und Nießbrauchs berechtigte einen Förderantrag für Anpflanzungen auf ihren Grundstücken im Gemeindegebiet stellen, wenn sie der ökologischen Gestaltung von Gärten und Grünflächen dienen.
Die Gemeinde gibt dazu eine abschließende Liste mit Pflanzen vor, die gefördert werden können. Diese beinhaltet Bäume wie die Blutbuche, der Bienenbaum und die Wildbirne sowie Hecken wie die Hainbuche, Schwarzer Holunder und Weißdorn. Das Besondere daran ist, dass es sich bei der Liste um eine auf den Nährstoffgehalt und Wasserbedarf angepasste Auswahl handelt. Diese Pflanzen tragen sowohl zu einer langen Lebenserwartung als auch der Stabilisierung des natürlichen Wasserhaushalts und die Neubildung von Grundwasser bei. Sie dienen somit der ökologischen und klimafreundlichen Gestaltung unserer Gemeinde wie auch dem Erhalt der Artenvielfalt.

Es können Zuschüsse von 25 % je Pflanze oder sogar 35 % bei der Wahl des „Baum des Jahres“ gewährt werden. Die Förderung ist auf 1.000 EUR je Antragsteller/-in und Kalenderjahr begrenzt. Auskünfte zum Baum des Jahres und zu den detaillierten Förderbedingungen erhalten Sie auf unserer Internetseite oder bei unserem Mitarbeiter für Naturschutz und Grünflächen, Herrn Lehmann (Tel.-Nr. 03341-4149524).

Um einen Förderantrag zu stellen benötigen Sie
ein Antragsformular.

Mit der Antragstellung verpflichten Sie sich, im Fall einer Förderung, die Pflanzen mindestens zehn Jahren lang zu pflegen.

Es lassen sich jedoch nicht alle Pflanzen fördern. Anpflanzungen die aufgrund von öffentlich-rechtlichen Vorgaben pflichtig sind, können durch die Förderrichtlinie nicht gefördert werden.
29.04.2021

Blühwiese an der Wilhelmstraße im Ortsteil Eggersdorf
Blühwiese an der Wilhelmstraße im Ortsteil Eggersdorf
Ein Gemeindemitarbeiter befestigt einen Bewässerungssack an einem jungen Straßenbaum
Ein Gemeindemitarbeiter befestigt einen Bewässerungssack an einem jungen Straßenbaum
Auch die Gemeinde pflanzt Bäume - hier an der Streuobstwiese Landsberger Straße
Auch die Gemeinde pflanzt Bäume - hier an der Streuobstwiese Landsberger Straße
Artenvielfalt: Der nahkauf-Markt spendiert ein Insektenhotel für die Blühwiese
Artenvielfalt: Der nahkauf-Markt spendiert ein Insektenhotel für die Blühwiese
Auch ein Beitrag zum Klimaschutz: Die 48 neuen Fahrradständer am S-Bahnhof Petershagen 2021
Auch ein Beitrag zum Klimaschutz: Die 48 neuen Fahrradständer am S-Bahnhof Petershagen 2021

Fokusberatungen zum kommunalen Klimaschutz

1. Sitzung des Klimabeirates

Die Gemeinde Petershagen/Eggersdorf plant ihre Energie- und Klimaschutzaktivitäten strategisch aufzustellen und zu intensivieren. Zu diesem Zweck wird die Gemeinde eine Fokusberatung Klimaschutz durchführen. Zielsetzung ist es, eine angepasste Entscheidungsgrundlage und Strategie zu den künftigen Energie- und Klimaschutzaktivitäten zu entwickeln. Das Projekt soll außerdem dazu dienen, eine höhere Sensibilität für die Themen Energie, Klimaschutz und Klimaanpassung auf Ebene der Gemeindeverwaltung und Gemeindepolitik herzustellen und einen Klimaschutzprozess anzustoßen, der die bisherigen Aktivitäten der Gemeinde berücksichtigt und integriert.

Das Förderprojekt trägt der Titel „Fokusberatung kommunaler Klimaschutz in der Gemeinde Petershagen/Eggersdorf“ und wird vom Bundesumweltministerium im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative unter dem Förderkennzeichen 03K13253 geführt. Der Bewilligungszeitraum des Vorhabens läuft vom 01. Mai 2020 bis zum 31. Oktober 2021. Mit der Umsetzung des Förderprogramms hat das Bundesumweltministerium den Projektträger Jülich beauftragt, der unter dem folgenden Link zu erreichen ist:

https://www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen

Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab; Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist ein Garant für gute Ideen. Die nationale Klimaschutzrichtlinie trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen. 

2. Sitzung des Klimabeirates

Ideen für Maßnahmen zusammengetragen

Wie soll unser Beitrag zum Klimaschutz bis zum Jahr 2030 aussehen? Welche Maßnahmen könnten wir uns vorstellen? Wollen wir sie anhand von konkreten Zahlen messen (quantitativ) oder in Worte formulieren, was wir erreichen wollen (qualitativ)? All diese Fragen haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe Klimaschutz auf ihrem zweiten Workshop am 28. Oktober in der Aula der Grundschule Eggersdorf diskutiert.
Dr. Gabi Zink-Ehlert von der energielenker Beratungs-GmbH empfahl, Eckpunkte für ein klimapolitisches Leitbild festzulegen und Vorschläge für erste Maßnahmen zu sammeln. Dass die Gemeinde als Vorbild beim Klimaschutz vorangehen sollte, darin waren sich alle Teilnehmer einig. Hier ist sie auch schon auf gutem Weg: Blühwiesen statt Rasen auf kommunalen Flächen, Solarenergie von kommunalen Dächern (Bauhof), Elektroautos im Fuhrpark (ein zweites wurde kürzlich angeschafft). Den Individualverkehr zu reduzieren, Geh- und Radwege auszubauen, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken, Energie einzusparen, sowohl im gewerblichen wie auch im privaten Bereich, lokale Akteure stärker einzubinden, all das sind weitere Eckpunkte, die benannt wurden. Ein Handlungsfeld sollen auch Maßnahmen zur Anpassung an die Klimakrise sein. Hier könnte es u.a. darum gehen, den Baumbestand im Gemeindegebiet zu sichern, Altbäume zu erhalten, Regenwasser in der Gemeinde zu halten, um den Wasserhaushalt zu stabilisieren. Dr. Gabi Zink-Ehlert wird all die Ideen nun zusammenfassen. Die AG trifft sich im Januar 2021 erneut, um die Fokusberatung fortzusetzen. Ein mögliches Fazit des Projektes könnte sein, dass die Gemeinde sich entschließt, ein kommunales Klimaschutzkonzept zu erstellen und einen Klimaschutzbeauftragten einzusetzen.

3. Sitzung des Klimabeirates

Klimabeirat diskutiert Leitbild

Zu seinem dritten Workshop hat sich der Klimabeirat am 24. März 2021 in der Giebelseehalle getroffen. Diskutiert wurde der Entwurf eines klimapolitischen Leitbildes. Darin werden die Kernziele für die nächsten Jahre festgehalten.

  • Die CO2-Emission pro Einwohner soll bis 2050 auf 2 Tonnen begrenzt werden. Erreichen kann die Gemeinde dies, indem sie z.B. Energie einspart, mit höherer Energieeffizienz und durch erneuerbare Energien.
  • Die Gemeinde soll nachhaltig gestaltet werden, beispielsweise indem wir klimaneutrale Gebäude bauen.
  • Wir wollen die Mobilität umweltfreundliche weiter entwickeln.
  • Die Gemeinde soll an die Auswirkungen des Klimawandels angepasst werden. Dies kann erreicht werden u.a. indem der kommunale Wasserhaushalt gestärkt wird. Eine Maßnahme in diese Richtung ist bereits in Planung: Für den Teilungssee soll eine Regenwasserleitung gebaut werden, die das Wasser aus dem umliegenden Siedlungsgebiet in den See leitet.
  • Die Gemeinde soll als Vorbild handeln und so Anregungen geben für die Bürger/innen.
  • Die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden soll verstärkt werden, beispielsweise beim Wassermanagement.
  • Klimaschutz wird als langfristige Aufgabe festgeschrieben.
  • So sieht es der Entwurf des Leitbildes vor. Die Mitglieder des Klimabeirats verständigten sich darauf, den Entwurf im April den Gemeindevertretern vorzulegen.

Anschließend werden die Gemeindevertreter diskutieren, ob eine konkrete Maßnahme in Angriff genommen werden soll, die dann auch gefördert werden kann, oder ob die Gemeinde ein Klimaschutzkonzept aufstellen will, das ebenfalls förderfähig ist. Hier könnte dann auch ein Klimaschutzmanager eingesetzt werden, allerdings nur für insgesamt drei Jahre.

 

Das Projekt wird gefördert durch: